
Teilhabe ist gleichermaßen Ziel wie zentrales Handlungsfeld kommunaler Integrationsarbeit. Kommunen tragen Mitverantwortung dafür, dass alle Menschen – unabhängig von individuellen Voraussetzungen wie z.B. Herkunft, Sprache, Geschlecht, Behinderung oder sozialem Status – gleichberechtigten Zugang zu Information, Mitbestimmung und gesellschaftlichem Leben haben. Das bedeutet: Barrieren müssen abgebaut, Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen und Strukturen so gestaltet werden, dass sie für alle gleichermaßen transparent und zugänglich sind.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen beispielhaft die nachfolgenden Projekte, Ansätze und Initiativen in bayerischen Kommunen. Sie machen deutlich, dass Teilhabe durch konkrete Maßnahmen vor Ort spürbar wird, sei es durch Unterstützung bei der Einbürgerung oder durch barrierefreie Zugänge zu Information und Verwaltung.
Politische Teilhabe – Integrationsbeiräte (Information, AGABY)
Integrationsbeiräte stärken die Teilhabe in der Kommune: Sie fungieren als Bindeglied zwischen Zugewanderten und Verwaltung, bringen deren Perspektiven in politische Entscheidungen ein und machen Bedürfnisse sichtbar. Dadurch fördern sie Mitbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und tragen zu einer inklusiven, lebendigen kommunalen Gemeinschaft bei.
Einbürgerungslots*innen (Projekt, Stadt Kaufbeuren)
Das Projekt unterstützt Menschen auf dem Weg zur Einbürgerung. Ehrenamtliche Lots*innen informieren über Voraussetzungen, begleiten durch den Antragsprozess und stehen bei Fragen zur Verfügung. Ziel ist es, Hürden abzubauen und mehr Menschen den Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft zu erleichtern.
Formularhilfe (Projekt Stadt Ingolstadt)
Im Projekt „Formularhilfe“ helfen geschulte Ehrenamtliche anderen Menschen beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, direkt vor Ort im Amt für Soziales.
Gleichberechtigte Teilhabe im Recht auf Information und Austausch (Projekt, Stadt Augsburg)
Das Teilprojekt im Rahmen von DIWA – Digitale Wege ins Amt entwickelt Formate, die Verwaltungsinformationen für alle Menschen zugänglich machen. Es geht darum, Barrieren in der Kommunikation abzubauen, unterschiedliche Sprach- und Informationsbedarfe zu berücksichtigen und dadurch gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Mitgestalten, Mitbestimmen?! Kommunale Beteiligung von Zugewanderten in ländlichen Räumen (Broschüre Land.Zuhause.Zukunft, Robert Bosch Stiftung)
Die Kurz-Expertise gibt einen Einblick in die Beteiligungsformen für und von Menschen mit Migrationsgeschichte in ausgewählten ländlichen Räumen und diskutiert deren Chancen, Potenziale und Herausforderungen. Sie fokussiert dabei auf solche Formen, die von der Kommunalverwaltung initiiert, unter Beteiligung der Verwaltung umgesetzt werden oder einen Kontakt mit der Verwaltung herstellen.
Empfehlungen für eine verlässliche und wirksame kommunale Beteiligungspolitik (Netzwerk „Demokratie und Beteiligung“)
Welchen Rahmen braucht eine wirksame kommunale Beteiligungspolitik? Wie sollen Kommunen neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung ausgestalten? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden im Netzwerk Bürgerbeteiligung Empfehlungen erarbeitet.
Bildquelle: Unsplash
